| Tod in der Schule |
| Geschrieben von Fabian Niestert | ||||||
| Freitag, 13. März 2009 | ||||||
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Es ist nun sieben Jahre her, dass der Amoklauf von Erfurt, der 17 Menschen das Leben kostete, die Nation erschütterte. Damals wurde viel über Jugend und Gewalt, Killerspiele und Sicherheitsmaßnahmen diskutiert. Auch wir am Gymnasium waren sehr betroffen und die Schülerzeitung widmete dem Amoklauf eine eigene Ausgabe. Frau Schulte veröffentlichte einen Brief zum „Thema Erfurt“. Auch der Amoklauf von Emsdetten hat uns lange beschäftigt, zumal die Tat nur einen Steinwurf entfernt lag. Nun wurde in einer Realschule in Winnenden erneut ein Blutbad verübt. Ich kam gerade aus der Schule, als ich erfuhr, was in Winnenden geschehen ist: Der 17 - jährige Tim K. stürmt in Militärkleidung die Albertville-Realschule und tötete 9 Schüler und 3 Lehrerinnen. Anschließend setzte er sein Massaker in der Umgebung fort, er tötete noch drei weitere Passanten, anschließend sich selbst. Mein erster Gedanke war: „Nicht schon wieder!“ Allzu deutlich habe ich noch die Ereignisse von Erfurt und Emsdetten im Kopf. Vor einigen Jahren, kurz nach dem Massaker von Erfurt, wurde unsere Schule auch mit Drohungen konfrontiert. Frau Schulte ging an die Öffentlichkeit, diese Taktik ging auf. Sie schrieb damals, dass Erfurt für sie zu einem Zeichen geworden ist, dass unser soziales Miteinander nicht stimmig ist. Sie forderte umzudenken und dass wir uns wieder mit gegenseitigem Respekt behandeln. Auch die Politik hatte offensichtlich Konsequenzen gezogen: Sie verschärfte das Waffengesetz, stellte einige Killerspiele auf den Index und wollte für mehr psychologische Beratung sorgen. Doch heute, nach einem erneuten brutalen Überfall auf eine deutsche Schule, muss man sich erneut fragen, ob wirklich das Richtige getan wurde. In unserer letzten Ausgabe haben wir unsere Schulleiterin gefragt, wie sicher unser Gymnasium sei. Sie sagte, dass keine besonderen Maßnahmen ergriffen worden seien, da wir eine völlig ruhige Schule haben. 86% der Schülerschaft teilte vor einem Jahr ihre Meinung und gaben an, dass sie sich an unserer Schule sicher fühlen. Doch der Amoklauf vom 11.03.09 hat wieder einmal gezeigt, dass es überall passieren kann. Tim K. war nicht auffällig, niemand hat damit gerechnet, dass er plötzlich anfängt, Leute zu erschießen. Wie nach jedem Amoklauf steht die Frage nach dem „Warum?“ und wer die Schuld trägt in der Luft. Was bringt einen jungen Mann aus „gutem Hause“ und mit , sicherer Zukunft dazu, Menschen zu töten? Ich weiß es nicht.
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